Meinung zur Kritik an Band 22


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Abgeschickt von J.S. am 07 April, 2010 um 13:13:41:

http://www.okaze.de/yoko/hefte22.html

Leider ist im Forum wenig los, aber vielleicht liest und kommentiert ja jemand das was ich hier schreibe. Mir ist die Kritik zu Band 22 aufgefallen, den ich mir aktuell grad mal wieder durchlas.

> Seit dem 23.03.99 bin ich jetzt im Besitz dieses Bandes. Die Vorfreude hat sich meiner Meinung nach nicht gelohnt.

Ich habe mir den Band auch recht bald nach dem Ersterscheinungstermin gekauft. Und meine Vorfreude wurde erfüllt. Wobei ich aber zugeben muß, von den ganz aktuellen Bänden gefällt mir Band 24 wesentlich besser. Die Enttäuschung für langjährige Fans kommt eben auch dadurch, daß sich vieles doch in der ein oder anderen Weise wiederholt. Betrachtet man den Band aber völlig für sich betrachtet, ist er nicht schlecht gemacht.

> Schon lange diskutieren wir in kleiner Runde über die Entwicklung der Yoko-Stories und der Charaktere.
> Dieser neue Band ist nur eine konsequente Fortsetzung dessen, was man schon seit vielen Bänden beoachten kann.
> Die Zeichnungen der einzelnen Personen werden immer oberflächlicher,
> Vic's Gesichtszüge kann man z.B. teilweise gar nicht von denen der Chinesen unterscheiden.
> Das konnte Leloup schon besser, auch wenn er nie ein Meister der Gesichter war.

1999 war Leloup schon ca. 69 Jahre alt. Also in einem Alter, in dem viele schon in Rente sind und sich nicht mehr mit Arbeit beschäftigen. Ich persönlich lese die Geschichten ganz gerne und freue mich auch darauf, wenn weiter neue Abenteuer erscheinen.
Liest man die Bände so durch, fallen einem einige Handlungsstränge ein, die sich für eine Fortsetzung anbieten würden.
Da ich persönlich nicht gut zeichnen kann, werde ich mich hüten, zu kritisch zu sein. Wenn mir der Zeichenstil gar nicht mehr zusagen sollte, kann es sein, daß ich irgendwann aufhöre die Bände zu lesen. Doch im Moment finde ich sie noch auf einem Niveau das sich noch sehen lassen kann. Da gibt es (auch unter neueren Comics) schlechter gemachtes, das sich aber teils besser verkauft als die Bände von Yoko Tsuno.

> Die Story wirkt konstruiert und ist zum Teil nicht logisch.
> Yoko muß und darf sich in alles einmischen, was ihr über den Weg läuft.
> Ständig werden neue Freundinnen rekrutiert.

Zur Story möchte ich grad wenig sagen. Wo sie unlogisch sein soll erschließt sich mir grad nicht. Es werden eben auch leicht esoterisch angehauchte Gedanken eingebracht. Beispielsweise das mit dem Recorder der Yokos Herzschlag aufnimmt. Das würde mir je nach persönlicher Sichtweise als logisch oder unlogisch einfallen.
Yoko darf sich nicht einmischen, aber sie mischt sich ein und bekommt in der Hinsicht wenig Widerstand von den Personen um sich herum. Oft sind die Leute ihr dann auch dankbar dafür, daß sie sich nicht einfach mit dem Argument "ich darf mich nicht einmischen" abgewandt hat.
Es ist eine Eigenart von Yoko, daß sie in Menschen die ihr sympathisch sind, recht schnell Freunde sieht. Wenn es gut geht (wie in ihren Abenteuern) dann kann das recht schnell zu einem großen haltbaren Freundeskreis führen. Geht es schief, kann es für Yoko rasch ziemlich enttäuschend werden, weil eben einige ihrer "Freunde" nicht mehr viel von ihr wissen wollen.
Aber durch ihr offenes Naturell, durch das sie sehr direkt auf die Menschen zugeht fällt es eben auch eher verschlossenen Menschen einfach, sich mit Yoko anzufreunden und sich ihrerseits öffnen zu können.

> Abgesehen davon reist der ganze Pulk der letzten Bände immer mit: ein gesichtloser Vic, Knut & Mieke
> (die Frau, die nur blond, naiv und kochend sein darf) und natürlich Morgentau, die niedliche Göre (wobei ich zugeben muß,
> das Leloup die Darstellunge einer 4-5 Jährigen überzeugend gelingt).
> Monya ist mit ihrer Zeitmaschine auch von der Partie.

Da die neueren Freunde teils erst in den aktuelleren Bänden hinzu kamen, ist es logisch, daß Leloup ihnen zumindest ein paar Bilder gönnt, weil sonst wären sie ja schnell wieder vergessen. Mieke kommt aus dem Mittelalter, was nicht ganz vergessen werden sollte.
Vielleicht darf sie ja in einem neuen Band auch mal richtig in Aktion treten.
Die Kinder sind vermutlich deshalb recht realistisch, weil Leloup ja auch Kinder und Enkel hat, sich daher also im realen Leben einiges abschauen konnte.
Monya finde ich persönlich klasse, weil ich Zeitreisegeschichten mag. Ob die Zeitmaschine auch mal mit nach Vinea darf?

> Die Harmonie schlägt einem also mal wieder voll ins Gesicht.

Yoko war und ist eben ein Mensch, wo es gerne harmonisch hat. Daher ist auch wenig zu sagen gegen die stete Harmonie, die ja von außen durchaus manchmal gestört wird, weil Yoko und die anderen mal eben wieder ihr Leben riskieren. Fällt einem eben durch die Harmonie manchmal nicht so direkt auf, weil alles locker und einfach wirkt.

> Was sonst als Sammelleidenschaft und die Liebe zu den älteren Bänden bringt mich noch dazu, die neuen zu kaufen?

Vielleicht die Neugierde, was sich in den neuen Bänden ereignet? Denn das kann durchaus auch interessant sein.

> Und für das Frauenbild, das Leloup in den letzten Jahren propagiert, gibt's nochmal einen extrafetten Minuspunkt!

Wieso gibt es Minuspunkte, wenn Leloup nicht alle seine Hauptdarstellerinnen als actionbetonte Heldinnen darstellt?
Warum soll eine Frau wie Mieke nicht gern kochen dürfen? Passt doch ideal zu Knut, der ja auch gern kocht und in Mieke eine ideale Ergänzung gefunden hat. Also ich gönne den Beiden ihr Glück.
Was mir noch auffällt, Yoko und Mieke haben praktisch nur über Knut miteinander zu tun. Wer weiß, ob die beiden überhaupt gut miteinander auskommen, denn sie sind ja grundverschieden. Mieke ist eben die berühmte Ausnahme zwischen all den dynamischen, aktiven, mutigen, jungen Frauen die in Yokos Umfeld wirken.

Viel Spaß beim Lesen
Jürgen




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